Alltag auf Krücken

Christine März 15th, 2010

Ich bin seit Freitag wieder zu Hause.
Ella ist ziemlich ausgeflippt, wie zu erwarten war. Ich habe mich auf die Couch gesetzt, damit sie mich nicht voller Begeisterung flach legt. Das hat sehr gut geklappt.

Ella war sehr froh, als ich nach der Begrüßung sofort den Clicker und Leckerchen rausgeholt habe und angefangen habe, mit ihr zu Clickern.
Sie hat gelernt, meine Krücken in meine Richtung zu schieben, wenn sie auf dem Boden liegen (mir runter fallen).
Das ging ratzfatz und sie war heilfroh, etwas zu TUN.

Die Jungs haben sich klasse um sie gekümmert, aber so richtig GUT geht es weder Ella noch mir, wenn wir getrennt sind.
Ihr Fell ist etwas stumpfer und struppiger und sie riecht unangenehm aus der Schnute. Das hat sie sonst nie.
Sie hat in der Woche auch nicht gut gefressen.

Am ersten Abend zu Hause war ich ziemlich fertig. So viel wie Freitag war ich seit der OP nicht auf den Beinen und die Treppe hier im Haus ist ein echtes Hinderniss, weil sie so enge Stufen hat und im oberen Ende sehr gedreht ist. Schwierig da rauf zu kommen. Runter geht besser.
Aber völlig egal, wie die Treppe ist, ich bin sooo froh, wieder zu Hause zu sein.
Ich schlafe total gut. Endlich wieder im eigenen Bett.

Ella ist soooo lieb. Geht mir aus dem Weg, wenn ich mit Krücken unterwegs bin und hilft mir, wo sie kann. Hätte ich nicht gedacht, dass es mal sooo praktisch ist, dass sie sowas macht wie Handtücher oder Socken aufheben, Licht an und ausschalten oder mir Dinge bringen, auf die ich zeige.

Schwierig wird in der  Woche das Spaziergengehen.
Meine Jungs müssen beide früh raus und sind natürlich nicht begeistert,  um 7.30 Uhr schon mit dem Hund ne Runde zu drehen. Aber das wird nicht anders gehen.

Inzwischen habe ich etwas mehr Routine mit allem.
Ich kann mich hier auf Krücken relativ gut bewegen. Das tut zwar weh und geht immer nur für einige Minuten, aber ich bin nicht völlig auf der Couch festgenagelt.
Ella entspannt sich langsam ein bisschen. Den ersten Tag hat sie mich überhaupt nicht aus den Augen gelassen, inzwischen geht sie auch schon mal wieder für ein Nickerchen unter die Treppe. Da zeigt sich dann aber, dass sie es noch nicht wirklich glaubt, dass ich wieder da bin: spätestens nach 15 Minuten kommt sie mal eben gucken, ob ich wirklich noch hier sitze.

Man macht sich ja nie Gedanken darüber, wie sowas ist, wenn man nicht damit konfrontiert ist.
Da hast du was am Fuß und plötzlich hast du keine Hände mehr zur Verfügung, die halten nämlich die Krücken. Mit Krücken kann man nicht mal eben mit dem Wasserkocher zum Wasserkran oder eine Teetasse ins Wohnzimmer an die Couch bringen. Man kann nichts in den Händen halten, während man geht.
Sehr umständlich.
Jetzt habe ich meine Gürteltasche um und verstaue darin die Dinge, die ich immer bei mir haben will: Handy und Festnetztelefon z.B.
Für die Teetasse ist die Lösung ein Servierwagen, auf dem ich eine große Schüssel festgebunden habe, damit die Dinge, dich ich damit transportiere, nicht so schnell runter rutschen können. Ich schiebe den Servierwagen derzeit mit den Krücken vor mir her.
Ella soll lernen, ihn zu ziehen oder zu schieben. Wohl eher ziehen. Aber dazu muss ich einen geeigneten Strick finden…

Heute Morgen ist erst Tom mit Ella eine Pieselrunde gegangen und etwas später war Nicole mit Ronja zum Spielen da.
Die beiden haben eine 3/4 Stunde getobt und jetzt ist meine Kleine glücklich und zufrieden und schläft zu meinen Füßen auf der Couch.

Und so wird es jetzt bei uns wochenlang sein.
Uff.

One Response to “Alltag auf Krücken”

  1. Carmenon 15 Mrz 2010 at 14:17

    Hallo Christine,
    bin ich froh, dass Ihr Euch wieder habt!!! Ich konnte es gar nicht glauben, als Du am Freitag plötzlich am Telefon warst. :-)

    Eine Idee: Du hast doch die Packtasche für Ella. Ist Ella daran gewöhnt? Dann könnte sie doch evtl. hin und wieder Sachen damit hin- und hertragen … Wäre das nichts?

    Und Zugarbeit bitte immer nur mit Geschirr … brauche ich Dir ja wohl nicht sagen, nicht wahr?

    Weiter gute Besserung von uns allen in Wegberg
    Carmen usw.

    Kommentar
    Hallo Carmen, ich bin auch sehr froh, dass wir uns wieder haben. Meine Kleine hat mir sooo gefehlt.

    Mh - bei Gelegenheit musst du mir mal zeigen, wie ich die Teekanne in die Packtasche bekomme *lach*
    Neinnein, ich brauche hauptsächlich Transporthilfe bei Tee und Broten und das geht mit dem Servierwagen ganz gut. Der ist sehr leicht und Ella könnte den sicher ohne Probleme die zwei Meter von Küche zum Wohnzimmer mit der Schnauze ziehen. An ihrem Zerrstrick zieht sie heftiger.
    Alles andere, wie Wäsche, Bücher oder sonstigen Kram, lege ich meinen Jungs in den Weg. Die fragen dann schon immer, wo der Kram hin soll.

    Irgenwie bekommen wir das alles schon geregelt. Aber Ella fehlen natürlich unsere langen Spaziergänge mit Freilauf (und MIR erstmal) und unsere schönen Ballspiele.
    Ich hoffe, dass die Docs mich bald wieder etwas von der Leine lassen. Ist ja egal, wenn ich noch ken Auto fahren darf, aber das LAUFEN mit Ella fehlt mir so sehr.

    Danke für deine lieben Wünsche

    Christine

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